Arzt, Kundentermin, Abendeinladung (deshalb auch gestern wieder kein Post) – jede Menge Wege, aber von Anfang an.
Gestern musste ich wieder zum Arzt, wieder quer durchs Viertel laufen, aber als Dank auch wieder keinen Parkplatz suchen müssen. Ein paar Vorteile hat es ja auch ohne Auto unterwegs zu sein.
Als ich beim Arzt endlich fertig bin, ein paar Minuten habe ich dort sogar kürzer gebraucht als gedacht, schnell zur Bahn laufen. In 2 Minuten kommt auch gleich eine. Perfekt. Umsteigehaltestelle. Nächste Bahn in 0 Minuten – also Ankunft steht direkt an. Perfekt. Aber wieso stehen da 2 Bahnen in 0 Minuten und wieso kommt auch nach 5 Minuten keine? Jetzt sogar 3 Bahnen und keine kommt. Das hat mir jetzt gerade noch gefehlt und vor allem, wenn ich das gewusst hätte, hätte ich mit der anderen Bahn weiterfahren können und woanders umsteigen auch in eine andere Bahn – habe ja jetzt Dank Netzplan da so langsam Übersicht. Irgendwann kommt dann eine Bahn, die fährt aber nur in den Betriebshof – ganz toll. Nach ca. 20 Minuten dann endlich eine richtige Bahn – schöne Zeit, die ich gut gemacht hatte wieder weg. Zum Glück hatte ich die Kopfhörer wieder dabei und hatte mir die Zeit mit Musik kurzweilig werden lassen. In der Bahn bekomme ich dann auch noch einen Sitzplatz und endlich kann der eigentliche Tag starten, doch der Schreck steht an der nächsten Haltestelle. Die ganze Kinderschar will jetzt nicht hier in meine Bahn. Nein, nicht! Als die Türen aufgehen, stürmen sie aber wirklich rein – ich mach schon mal die Musik lauter. Ach wünschte ich mir doch eine alte Dame auf den freien Platz neben mir, aber nein, da quetschen sich jetzt gleich 2 Gören drauf – ich mach die Musik lauter. Als wir dann noch einen Unfall passieren sind sie nicht mehr aufzuhalten, jeder schreit nur noch, ob der oder der das oder das gesehen hat – Lautstärkeregler am Anschlag. Ich nehme mir vor, zu testen, ob es für das Lautstärkeniveau was bringt, wenn man beim Kopieren der MP3s aufs Handy der Optimierung der Dateien zustimmt. Das Drama dauert 7 Stationen – dann kehrt Ruhe ein und ich kann meine Ohren wieder etwas schonen.
Nach nicht mal 2 Stunden muss ich schon wieder los zum Kundentermin. Die Kollegin hat heute auch kein Auto und wir fahren gemeinsam mit der Bahn. Beim Termin muss siehe eher – nach „nur“ 4,5 Stunden – gehen, der Termin zieht sich noch. Irgendwann ist dann aber doch Ende. Ich überlege, ob ich Feierabend mache oder nochmal in die Firma fahre. Kurzerhand beschließe ich, erstmal Mittagspause zu machen – wir haben es mittlerweile kurz nach 17 Uhr – und für die Abendeinladung noch das Geschenk zu kaufen, also kurz zwei Stationen Richtung Innenstadt. Essen. Geschenk. Haltestelle – Rückfahrt zur Firma in 2 Minuten. Perfekt. Oh nein, warum setzt sich jetzt Frau Dauertelefoniererin neben mich. Ich will gar nicht hören, dass die Freundin von dem Typ, mit dem sie letztens rumgemacht hat, schwanger ist und er ihr gesagt hat, wenn sie zu deren gemeinsamer Party kommt, soll sie sich nicht so aufreizend anziehen, weil er jetzt ja doch bei seiner schwangeren Freundin bleiben will und und und – so nervig ist es im Auto nie, nicht mal falls Radio Energy eingestellt sein sollte und es sich nicht abschalten lassen würde. Hatte ich schon mal erwähnt, dass ich mich ganz doll nach was Rosanes wünsche – ich will meinen Führerschein zurück.
Für die Abendeinladung suche ich mir eine Verbindung direkt von der Firma raus und will ziemlich knapp losgehen, denn es nieselt mal wieder und ich will nicht lange an der Haltestelle stehen. Als ich die Firmentür zumache, fällt mir ein, dass ich die Adresse nicht weiß, keine Handynummer von derjenigen habe und auch von keinem anderen Gast, den ich kenne. Wenn ich jetzt nochmal den Rechner anmache und in meine Mails schaue, dann bekomme ich die Bahn nicht. Mist. Ich entscheide mich für Risiko. An den Straßennamen glaube ich mich zu erinnern und vielleicht treffe ich dann einfach ein bekanntes Gesicht. Die Bahn kommt auch gleich. Ich habe noch eine Chance – die Einladungsmail müsste noch in einem Ordner in meiner Mailbox liegen. Okay, als Webmail-Zugang mit dem Handy testen. Relativ unproblematisch bin ich im Postfach, aber irgendwie spinnt das Webinterface, wenn ich in einen Ordner wechseln will. Durchsage – an der nächsten Haltestelle muss ich raus zum Umsteigen. Endlich schaffe ich es den Ordner zu wechseln, so nun noch in den Mails blättern. Wieso fahre ich jetzt über die Brücke? Mist, ich hätte doch rausgemusst. Naja, Glück gehabt, die Bahnen fahren ein paar Haltestellen die gleiche Strecke. Ich kann also auch noch die nächste raus. Da denke ich dann auch dran auszusteigen und endlich habe ich auch die Mail. Puh – Glück gehabt. Ich wäre in die falsche Straße gegangen.
Der Abend ist sehr schön, aber so langsam wird es Zeit nach Hause zu gehen. Als ich nach der Bahn schaue, bekomme ich das freundliche Angebot mit dem Auto mitgenommen zu werden. Ich lass mich gar nicht direkt vor der Tür absetzen und genieße noch ein paar Meter die kühle Nachtluft.
Tag 23 überstanden – noch 7 Tage.